Ankündigung

Rücken schmerzen

Schluss mit Rückenschmerzen: So verbessern Sie Ihre Lebensqualität!

Haben Sie oder jemand, den Sie kennen, mit Rückenschmerzen zu kämpfen? Hier finden Sie eine Zusammenfassung aller wichtigen Informationen.

Sehr geehrter Kunde, geschätzter Patient und/oder (Fach)Arzt,

Unser Ziel mit dieser Seite ist es, Ihnen einen Einblick in das Thema Rückenschmerzen zu geben, auf die Problematik hinzuweisen, unser Vorgehen zu erläutern und unsere Behandlungsmethode vorzustellen. Dabei stützen wir uns ausschließlich auf wissenschaftliche Studien und unsere langjährige praktische Erfahrung. Wir möchten Ihnen die Gelegenheit bieten, sich im Voraus eingehender über das Thema zu informieren und offene Fragen oder mögliche Unsicherheiten zu klären, um zu verstehen, was sich wirklich hinter dieser Diagnose verbirgt.

Rückenschmerzen sind vielen von uns bekannt oder wir kennen jemanden, der möglicherweise längere Zeit darunter gelitten hat. Sie können entlang der gesamten Wirbelsäule auftreten und sind die häufigste Ursache für Schmerzen und Einschränkungen, was sie zu einem weit verbreiteten Problem macht, das viel Aufmerksamkeit im medizinischen Bereich erfordert. Rückenschmerzen sind komplex und nicht einfach zu erklären, aber die Mehrheit der Schmerzen ist nicht lebensbedrohlich einzustufen.

Um Ihnen bei Rückenschmerzen keine unnötige Panik zu bereiten, möchten wir auf dieser Seite näher darauf eingehen, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, und auch einige hartnäckige Mythen zu diesem Thema entkräften.

Die Epidemiologie

Rückenschmerzen sind ein weltweit bedeutendes Problem und können zu erheblichen Einschränkungen bei der Arbeits- und Alltagsbewältigung führen. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen häufiger aufgrund von Rückenschmerzen ihren Job aufgeben müssen als aufgrund anderer Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Herz- und Atemwegserkrankungen zusammen!

Das Auftreten von Rückenschmerzen ist am geringsten bei jungen Menschen und steigt dann im Alter von 30 bis 60 Jahren an, bevor es sich stabilisiert. Die Häufigkeit von Rückenschmerzen, insbesondere von chronischen Rückenschmerzen, hat sich zwischen 1992 und 2006 fast verdreifacht. Im Jahr 2018 waren weltweit 65 Millionen Menschen von Rückenschmerzen betroffen, was einem Anstieg von 17,5% gegenüber 2017 entspricht.

Trotz der hohen Häufigkeit ist jedoch zu beachten, dass die Prognose im Allgemeinen sehr gut ist, da sich die meisten akuten Rückenschmerzen innerhalb von 6 Wochen ohne jegliche Behandlung verbessern (ca. 75-90% der Patienten).

Die Definition und Einteilung von Rückenschmerzen

Der Terminus "Rückenschmerzen" umfasst ein breites Spektrum von Beschwerden. Im Gegensatz zu Erkrankungen wie Arthrose, Osteoporose oder Sarkopenie, deren Ursachen offensichtlich sind, können Rückenschmerzen durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Angesichts der Vielzahl möglicher Ursachen ist es von Bedeutung, den Begriff "Rückenschmerzen" zu präzisieren. In der wissenschaftlichen Literatur werden Rückenschmerzen oft anhand ihrer Spezifität definiert, wie folgt:

  • Spezifische Rückenschmerzen umfassen Beschwerden aufgrund einer potenziell schwerwiegenden Grunderkrankung wie Arthrose, Osteoporose, Sarkopenie, bösartigen Tumoren, Infektionen, Morbus Bechterew, spinalen Stenosen oder dem Cauda Equina Syndrom. Auch Irritationen oder Verletzungen angrenzender Wirbelsäulenstrukturen wie Wirbelbrüche, Gleitwirbel, Facettengelenke, Bandscheiben, Muskeln, Sehnen und Nerven fallen hierunter.
  • Unspezifische Rückenschmerzen hingegen haben keine spezifische anatomische oder pathologische Ursache und betreffen etwa 90% der Patienten mit Rückenschmerzen.

Da diese Gruppe die größte ist, fokussieren wir uns auf dieser Seite hauptsächlich auf unspezifische Rückenbeschwerden, sofern nicht anders angegeben.

Was sind die Ursachen dieser Problematik?

Die moderne Perspektive betrachtet unspezifische Rückenschmerzen als ein komplexes Phänomen, das durch eine Vielzahl biologischer, physischer, psychologischer und sozialer Faktoren beeinflusst wird. Die Gründe für Rückenschmerzen sind äußerst vielschichtig und kompliziert, was es oft schwierig macht, eine einzelne präzise Ursache für die Schmerzen und Einschränkungen zu identifizieren. Bei unspezifischen Rückenschmerzen werden häufig Risikofaktoren diskutiert, die das Auftreten von Schmerzen begünstigen können. Hier ist eine Zusammenfassung der am häufigsten genannten Risikofaktoren in Bezug auf Rückenschmerzen:

Biologische Faktoren:

  • Muskelschutzspannung
  • Körpergewicht
  • Rauchen
  • Nebendiagnosen
  • Genetik
  • Gewebepathologie (z.B. ein Verlust der Muskelmasse)
  • Gewebebelastung
  • Reaktionen des Immunsystems

Physische Faktoren:

  • Physische Aktivität (in nur wenigen Fällen)
  • Bewegungsvermeidung / Angst vor Bewegung
  • Katastrophisierung
  • Stress
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Unzufriedenheit

Psychologische Faktoren:

  • Selbstwirksamkeit
  • Stress
  • Sorgen & Kummer
  • Ängste & Angstvermeidung
  • Katastrophisierung
  • Schlafstörungen
  • Depression
  • Unzufriedenheit

Soziale Faktoren:

  • Soziale Unterstützung
  • Vorherige Erfahrungen
  • Einkommen
  • Familienleben
  • Arbeitsstress und -Unzufriedenheit
  • Arbeitsausfall

Es ist wichtig zu beachten, dass Beschwerden oft mit einer Überlastung in Verbindung gebracht werden, jedoch das eigentliche Problem darin liegt, dass unser Körper aufgrund verschiedener Faktoren weniger belastbar geworden ist, was zu einem erhöhten Risiko für Überlastungsprobleme führt.

Die Bedeutung dieser Risikofaktoren kann je nach Individuum, Lebensstil und Vorgeschichte variieren. Die folgenden Abbildungen bieten eine visuelle Darstellung dieser Zusammenhänge.

Die Symptome

Die Beschwerden im Zusammenhang mit Rückenschmerzen sind oft äußerst persönlich und die damit verbundenen Einschränkungen variieren beträchtlich von Person zu Person. Zu den häufigsten und offensichtlichsten Symptomen gehören:

  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Plötzliche stechende Schmerzen
  • Schmerzen, die während der Belastung und/oder in Ruhe anhalten
  • Muskelverspannungen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Arme oder Beine
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle

Diese Symptome können von Person zu Person variieren und können eine Reihe von Ursachen haben. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und gegebenenfalls professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten.

Weitere Informationen auch unter:

Die Diagnostik

Für eine gründliche Diagnose können drei Untersuchungsmethoden angewendet werden:

  1. Das Anamnesegespräch: Hier werden Fragen zu den vorliegenden Beschwerden, dem Verlauf und den körperlichen Einschränkungen gestellt.
  2. Die körperliche Untersuchung: Dabei werden verschiedene Bewegungen, Funktionen sowie Tests zur Provokation und Reduktion von Schmerzen durchgeführt.
  3. Bei Bedarf kann eine bildgebende Diagnostik in Form von Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen durchgeführt werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass die ersten beiden Untersuchungsmethoden stets durchgeführt werden sollten. Die bildgebende Diagnostik hingegen ist optional und sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der Verdacht auf ernsthafte (spezifische) Erkrankungen besteht und ärztlich angeordnet wird.

Warum ist das so?

Obwohl bildgebende Diagnostik nach wie vor als Goldstandard angesehen wird, zeigt die Statistik, dass etwa 22% aller Rückenschmerzpatienten in Deutschland im Jahr 2015 mindestens eine Bildgebung erhalten haben. Diese hohe Nutzung von bildgebenden Verfahren wird seit Jahrzehnten beobachtet.

Plötzlich auftretende (schwere) Rückenschmerzen, die über einen längeren Zeitraum anhalten, können äußerst frustrierend und beängstigend sein. Viele Menschen wünschen sich daher eine bildgebende Untersuchung, um herauszufinden, was genau vor sich geht.

Jedoch muss darauf hingewiesen werden, dass bildgebende Diagnostik bei Rückenschmerzen nur selten die genaue Ursache offenbart. Es gibt zwei Hauptprobleme bei der Verwendung von bildgebenden Verfahren für Rückenschmerzen:

  1. Häufig führen sie zu falschen Alarmen: Bildgebende Befunde zeigen oft Veränderungen, die nicht unbedingt die alleinige Ursache für die Beschwerden darstellen. Menschen ohne Rückenschmerzen weisen in MRT-Befunden ähnlich viele Auffälligkeiten auf wie solche mit Schmerzen. Dies gilt nicht nur für die Wirbelsäule, sondern für alle Gelenke.
  1. Die Auslegung von bildgebenden Untersuchungen ist äußerst variabel.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 verdeutlicht dies anhand eines Patienten mit stabilen, aber chronischen Rückenschmerzen, der innerhalb von 3 Wochen 10 verschiedene Untersuchungen in 10 verschiedenen Zentren durchlief. Die Ergebnisse dieser 10 Scans wiesen auf 49 verschiedene Probleme hin, wobei KEIN einziger dieser Befunde von ALLEN Radiologen identifiziert wurde. Was ein Radiologe als Bandscheibenvorfall deutet, kann für einen anderen eine degenerative Bandscheibenerkrankung sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass bildgebende Diagnostik nutzlos ist oder niemals angewendet werden sollte. Wie bereits erwähnt, sind diese Verfahren unverzichtbar, wenn der Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung besteht. MRT-, CT- und Röntgenuntersuchungen sind von unschätzbarem Wert, um eine schnelle und präzise Diagnose zu stellen und eine adäquate Behandlung zu ermöglichen. Allerdings beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass bei Rückenschmerzen eine spezifische oder schwere Erkrankung vorliegt, weniger als 1%.

Eine unangemessene Anordnung und Nutzung von Scans kann jedoch zu unnötigen Sorgen und Problemen führen, die mehr schaden als nützen. Dies wurde durch eine Untersuchung von über 57.000 älteren Menschen mit Rückenschmerzen bestätigt, bei denen keine Anzeichen oder Hinweise auf ernsthafte Pathologien vorlagen. Bei 46% von ihnen wurde ohne wirklichen klinischen Grund eine frühzeitige Bildgebung durchgeführt. Diejenigen, die sich untersuchen ließen, hatten eine längere Einnahme von starken Schmerzmitteln in höheren Dosen, erhielten mehr Injektionen und Operationen und hatten ein höheres Risiko für langfristig anhaltende Schmerzen im Vergleich zu denen, die keine Untersuchung durchführten.

Die Mythen

Es gibt kaum ein Thema in der Physiotherapie und Medizin, das mit so vielen Mythen behaftet ist wie Rückenschmerzen. Bedauerlicherweise werden diese Mythen nicht nur von einem Großteil der Bevölkerung als Wahrheit akzeptiert, sondern teilweise auch von Kollegen und Ausbildungseinrichtungen. Diese Mythen führen dazu, dass falsche Informationen verbreitet werden und potenziell sogar gefährlich sein können!

Wir haben uns eingehend mit den häufigsten Mythen befasst und untersucht, was die Wissenschaft dazu sagt. Seien Sie gespannt auf eine umfassende und endgültige Aufklärung dieser Mythen.

  1. Ruhe ist die Lösung!

Es wird oft gesagt: "Ruhe dich einige Tage aus!". Tatsächlich ist es jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass bei Rückenschmerzen eine körperliche Aktivität ratsam ist. Je länger man inaktiv bleibt, desto schlimmer werden die Beschwerden und Einschränkungen, und desto ungünstiger ist die Prognose für die Rückkehr zur normalen Aktivität.

  1. Arbeit vermeiden bei Rückenschmerzen!

Mit "aktiv bleiben" meinen wir auch die Fortsetzung der beruflichen Tätigkeiten! Rückenschmerzen sollten keinen Grund darstellen, die Arbeit zu meiden. Auch bei Bürojobs gibt es keinen Zusammenhang zwischen bestimmten Sitzpositionen und Rückenschmerzen. Wichtig ist jedoch ein regelmäßiger Wechsel der Körperposition, um längeres Sitzen zu vermeiden.

  1. Schlechte Haltung ist schuld!

Die Vorstellung, dass eine "schlechte" Haltung Rückenschmerzen verursacht, ist weit verbreitet. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es jedoch keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Haltung und Rückenschmerzen. Unsere Körperhaltung passt sich oft an die Aktivitäten an, denen wir im Alltag nachgehen.

Unsere Körper sind auf Bewegung ausgelegt, und es ist wichtig, sich zu bewegen, um verschiedene Körperhaltungen anzunehmen und anzupassen.

Wichtig ist anzumerken, dass unsere Körperhaltung oft an die täglichen Aktivitäten angepasst wird. Unten sind zwei Kampfsportler zu sehen, bei denen man argumentieren könnte, dass beide keine "ideale" Haltung haben (mit dem Kopf nach vorne, nach vorne geneigte Schultern, Rundrücken). Trotzdem werden beide Spitzenathleten wahrscheinlich keine Probleme haben und könnten sogar von dieser Körperhaltung profitieren.

Das Resultat häufiger Bücken und schweren Hebens!

In vielen Rückenschulkursen wird die Idee vermittelt, dass das Bücken und Heben für den Rücken problematisch ist, weshalb dort oft die "korrekte" oder "richtige" Hebetechnik gelehrt wird. Die Ursprünge dieser Technik gehen auf Kadaverstudien an Schweinen in den 90er Jahren zurück. Diese Studien führten zur Empfehlung der Kniehebetechnik, um die Last nah am Körper zu halten und den Druck auf die Bandscheiben zu reduzieren.

Allerdings bleibt bis heute unklar, wie effektiv diese Ratschläge sind, da es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass das Lehren bestimmter Hebetechniken tatsächlich zu einer Verringerung von Rückenschmerzen führt. Außerdem ist es schwer, diesen Zusammenhang heute zu bewerten, da körperliche Arbeitsplätze abnehmen, während die Zahl der Rückenschmerzpatienten steigt. Schwere Lasten allein können daher nicht als unabhängiger Risikofaktor für Rückenschmerzen betrachtet werden.

Mein Beinlängenunterschied verursacht meine Rückenschmerzen!

Beinlängenunterschiede werden oft als Ursache für Rückenschmerzen genannt, da angenommen wird, dass sie zu einem Beckenschiefstand führen und eine asymmetrische Belastung der Wirbelsäule verursachen. Tatsächlich sind Beinlängenunterschiede von bis zu einem Zentimeter sehr häufig und Unterschiede von bis zu zwei Zentimetern gelten als normal. Studien zeigen, dass der Körper solche Unterschiede gut ausgleichen kann und sie keine Rückenschmerzen verursachen.

Da ist sicher etwas beschädigt!

Rückenschmerzen können äußerst beängstigend sein, aber sie sind selten gefährlich. Sogar chronische Rückenschmerzen stehen nur selten mit schweren Gewebeschäden in Verbindung. In den meisten Fällen beginnen Rückenschmerzen nicht mit einer Verletzung, sondern werden durch verschiedene Faktoren verursacht, die den Rücken empfindlicher machen. Ein Schmerz ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine Gewebeschädigung.

Die schweren Rücksäcke werden oft beschuldigt!

Es wird oft fälschlicherweise angenommen, dass schwere Rucksäcke Rückenschmerzen verursachen. Jedoch zeigen mehrere Studien, dass das Tragen eines schweren Rucksacks kein Risiko für das Auftreten von Rückenschmerzen darstellt. Tatsächlich ist die wahrgenommene Belastung durch das Tragen von Rucksäcken stärker mit Rückenschmerzen verbunden als die tatsächliche Belastung. Die Belastung durch das Tragen stärkt unsere Rückenmuskulatur, Knochen und Sehnen. Die Frage ist, ob das Tragen von Rucksäcken oder die allgemeine Unterbelastung der Kinder durch Inaktivität und Übergewicht gesundheitliche Probleme verursacht.

Die Beweglichkeit / Blockade meines ISGs verursacht meine Rückenschmerzen!

Ein weiterer Mythos besagt, dass eine fehlende Beweglichkeit oder Blockade des Iliosakralgelenks (ISG) Rückenschmerzen verursacht. Das ISG hat jedoch nur einen begrenzten Bewegungsspielraum, und seine Hauptfunktion besteht darin, das Körpergewicht an die Beine weiterzuleiten. Es gibt keine Studien, die zeigen, dass eine Manipulation des ISG seine Position verändern kann. Allerdings kann die Beckenstabilität durch Krafttraining verbessert werden, um die Kraftübertragung zu optimieren.

Mein Wirbel muss wieder eingerenkt werden.

Viele Menschen glauben, dass bei Rückenschmerzen ein oder mehrere Wirbel eingerenkt werden müssen, um Linderung zu erfahren. Obwohl eine Manipulation kurzfristig Schmerzlinderung und verbesserte Beweglichkeit bieten kann, hat dies nichts damit zu tun, dass sich Wirbel verschoben haben und wieder eingerenkt werden müssen.

Forscher haben das Knackgeräusch unter Live-MRT untersucht und festgestellt, dass es durch eine plötzliche Entfernung zweier Flächen in einem flüssigkeitsgefüllten Raum entsteht, was zur Bildung von Gasblasen führt. Das Knacken hat also nichts mit einer Verschiebung der Wirbel zu tun, sondern mit der Bildung und Auflösung von Gasblasen.

Das nachfolgende Video erläutert den Knack-Mechanismus detailliert. Es ist in englischer Sprache verfügbar, aber Sie können deutsche Untertitel aktivieren. Klicken Sie dazu unten rechts auf "Untertitel" und dann auf "Einstellungen", um die Sprache auf Deutsch umzustellen.

Sollte eine Operation in Betracht gezogen werden?

Basierend auf einer gründlichen Analyse und den aktuellen Leitlinien zum Thema "Rückenschmerzen" wird dringend empfohlen, zunächst konservative Behandlungsmethoden zu verfolgen. Eine Ausnahme hiervon besteht lediglich bei einigen seltenen spezifischen Rückenschmerzen, die auf schwerwiegende Erkrankungen zurückzuführen sind. Trotz dieser Empfehlungen ist die Anzahl der Rückenoperationen in Deutschland zwischen 2007 und 2015 um beachtliche 71% gestiegen. Die weit verbreitete Anwendung chirurgischer Eingriffe wird jedoch als unwirksam bei unspezifischen Rückenschmerzen angesehen und hat daher, wenn überhaupt, nur eine äußerst begrenzte Rolle in der Rückenschmerzbehandlung. Somit sollte eine Operation stets als letzte Behandlungsoption in Betracht gezogen werden.

Welche Art von Unterstützung können Sie als Patient oder Arzt von uns erhalten?

Bei der ersten Therapiesitzung erwartet jeden unserer (neuen) Patienten zunächst ein umfassendes Anamnesegespräch mit einem unserer Therapeuten, um relevante Informationen für die Therapie zu sammeln. Anschließend führt der Therapeut eine gründliche Untersuchung durch, um den aktuellen Rehabilitationsstand genau zu bestimmen. Dabei werden auch Risikofaktoren identifiziert, und wir fragen nach klinischen Zeichen und Symptomen, die auf eine spezifische Rückenerkrankung hinweisen könnten, auch bekannt als "Red Flags". Dazu gehören unter anderem die medizinische Vorgeschichte, Blasen-/Darmsymptome, motorische Schwäche oder Empfindungsstörungen im Beinbereich, Fieber und/oder nächtliche Schweißausbrüche, unerklärlicher Gewichtsverlust, usw. Wenn während des Anamnesegesprächs oder der körperlichen Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen eines oder mehrerer Red Flags besteht, werden wir Sie an den behandelnden Arzt verweisen. Dies ist jedoch nur in seltenen Fällen der Fall.

Gemeinsam mit dem Patienten wird ein individuelles Anforderungsprofil erstellt, das speziell auf die täglichen Anforderungen im Leben des Patienten abgestimmt ist. Ziel ist es, einen klaren objektiven IST-Zustand zu definieren und durch erste Planungen den zu erreichenden Soll-Zustand zu formulieren. Dieser Weg wird durch die Umsetzung der Therapie erfolgen und kontinuierlich überwacht und bewertet, um jederzeit über den aktuellen Leistungsstand des Patienten informiert zu sein.

Um diese Methodik noch effizienter zu gestalten und das volle Potenzial der Behandlung auszuschöpfen, bieten wir optional die Möglichkeit einer erweiterten Therapiedauer an. Ziel dieser Zusatzleistung ist es, unser Behandlungspotenzial voll auszuschöpfen, eine qualitativ hochwertige Therapie zu gewährleisten und das Therapieergebnis zu optimieren. Durch dieses erweiterte Konzept können unsere Therapeuten noch effizienter am Therapieprozess arbeiten.

UNSER ANSATZ BEI RÜCKENSCHMERZEN

Wie Sie sicherlich bereits wissen, sind Rückenschmerzen von einer Vielzahl verschiedener Faktoren abhängig und treten häufig auf. Die Behandlung von Rückenschmerzen gestaltet sich ebenfalls äußerst komplex. Diese Erkenntnis sollte Sie jedoch nicht verunsichern, sondern verdeutlicht lediglich, dass es keine universelle Standardbehandlung für Rückenschmerzen gibt.

Basierend auf nationalen und internationalen wissenschaftlichen Leitlinien konzentrieren wir uns bei der Behandlung von Rückenschmerzen auf einen aktiven Therapieansatz, der auf regelmäßiger körperlicher Aktivität und Verhaltensänderungen basiert. Durch die Umsetzung dieser Hauptmaßnahmen können Sie als Patient Ihre Gesundheit eigenständig unterstützen und präventiv tätig werden.

Besonderen Wert legen wir auf die Patientenedukation durch Erklärung und Beratung, da wir diese Maßnahme als äußerst wichtig erachten. Zu diesem Zweck nehmen wir uns während des Behandlungsverlaufs viel Zeit und haben unter anderem diese Seite entwickelt, um Sie noch umfassender zu informieren und zu beraten.

Als ergänzende Maßnahme zur aktiven Therapie können bei Bedarf Techniken aus der manuellen Therapie (wie Mobilisationen oder Manipulationen der Wirbelsäule) oder Osteopathie eingesetzt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich bei diesen Behandlungsmethoden lediglich um ergänzende Maßnahmen handelt, und in der Regel die Voraussetzung für eine aktive Therapie geschaffen wird.

Die Wissenschaft und unsere Erfahrung zeigen, dass passive Behandlungsmethoden wie Massage kurzfristig Schmerzen reduzieren und/oder die Beweglichkeit verbessern können, jedoch langfristig meist nicht nachhaltig sind. Dies führt häufig dazu, dass Patienten nach jeder Behandlung eine erneute Therapie benötigen, was zu einer Abhängigkeit vom Therapeuten führen kann. Eine aktive Behandlung hingegen bietet langanhaltendere Effekte und ermöglicht es dem Patienten, die Therapie eigenständig außerhalb der Behandlung fortzuführen.

Massage wird bei uns nicht häufig als ergänzende Maßnahme eingesetzt, da wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre gezeigt haben, dass sie bei Rückenschmerzen nicht so wirksam ist wie früher angenommen. Dies wird auch von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Leitlinien unterstützt, die sogar von einer Massagetherapie bei Rückenschmerzen abraten.

UMDENKEN IN DER BEHANDLUNG VON RÜCKENSCHMERZEN

In der Physiotherapie gehen wir einen anderen Weg in der Behandlung von Rückenschmerzen als üblich. Oft erwarten Patienten, dass sie bei einer Verordnung für Physiotherapie ausschließlich Massagen erhalten, selbst wenn auf dem Rezept "Krankengymnastik" steht. Wir streben einen Paradigmenwechsel in der Rückenschmerzbehandlung an und setzen dabei auf einen aktiven Ansatz statt einer passiven Behandlung.

Sie fragen sich sicher, wie dieser aktive Ansatz aussieht. Da Rückenschmerzen äußerst individuell sind und die damit verbundenen Einschränkungen stark variieren, gibt es keine pauschale Antwort. Bei uns orientiert sich die aktive Therapie oft an den Leitlinien der International Academy for Sportscience. Nachdem beurteilt wurde, ob dieses Konzept für den Patienten geeignet ist, erfolgt eine funktionelle Diagnostik. Diese zeigt, welche Bewegungen und Aktivitäten schmerzhaft oder eingeschränkt sind und welche Einschränkungen im Alltag, bei der Arbeit oder beim Sport auftreten. Anschließend werden genau diese Bewegungen im schmerzfreien Bereich wiederholt, wobei die Belastung kontinuierlich gesteigert wird. Dadurch verbessert sich die spezifische Belastbarkeit, und die schmerzhaften Bewegungen werden mit der Zeit besser vertragen.

Um das beste Therapieergebnis zu erzielen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Patienten unerlässlich. Auf dieser Seite erhalten Sie eine umfassende Übersicht über das Thema. Trotz der Häufigkeit von Rückenschmerzen ist die Prognose in der Regel gut, da sich die Beschwerden bei 75 bis 90 Prozent der Patienten verbessern. Wir werden Sie durch den gesamten Therapieprozess begleiten und unterstützen. Wenn Sie auf unsere Fachkompetenz vertrauen, kooperieren und selbst Verantwortung übernehmen, steht einem erfolgreichen Ergebnis nichts im Weg.

Fazit

Rückenschmerzen: Ein Paradigmenwechsel in der Therapie

Abschließende Gedanken: Gemeinsam gegen Rückenschmerzen - mit einem aktiven Ansatz und maßgeschneiderter Behandlung können wir Ihren Rücken stärken und Beschwerden langfristig reduzieren. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Patienten sowie einer fundierten Aufklärung können wir den Weg zu einem schmerzfreien Leben ebnen.

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